Ein köstliches Malariamittel

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Wie ich schon erwähnte, befinden wir uns wegen der ausgedehnten Sandstrände an der Ostküste Korsikas, an welcher auf Grund der Brackwasserareale zeitweise auch viele Mücken zu finden sind. Wegen des mediterranen Klimas war bis in die 1970er Jahre gerade diese Region ein ausgedehntes Malariagebiet, in einigen der Hafenstädte (z.B. Porto-Veccio) wurde die Bevölkerung durch die Malaria deutlich dezimiert. Dies war, neben der Belästigung durch Piraten, einer der Gründe, warum die Ostküste über die Jahrhunderte eher dünn besiedelt war und sich die Einwohner eher in die Gebirgslagen zurückzogen. Nachdem die Amerikaner DDT versprühten, um die Anopheles-Mücke, welche Malaria überträgt, zu bekämpfen, gilt Korsika mittlerweile als frei von Malaria.
Aber auch vor den Zeiten des DDT wussten die Korsen sich zu helfen. Ein bekanntes Malariamittel, welches überall auf der Welt eingesetzt wurde und wird, ist Chinin – es kommt in der Rinde des Chinarindenbaums vor, schmeckt bitter und wirk krampflösend, fiebersenkend und schmerzstillend. Dies wusste auch der korsische Weinbauer Louis Napoleon Mattei, der 1872 diverse Kräuter und auch Chinarindenextrakt seinem Wein hinzufügte und damit mildere Verläufe der grassierenden Malaria erzielen wollte. Daraus wurde ein köstlicher Apperitif mit dem Namen Cap Corse, der gerade vor uns auf dem Tisch steht und einen ganz eigenwilligen, aber sehr guten Geschmack hat! Wieder eine regionale Spezialität entdeckt, die eine interessante Geschichte hat und schmeckt!

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