Aufregende Lebensrettungsmassnahmen und unglaubliche Straßen!

Direkt nach Frühstück konnten wir beobachten, wie ein Hubschrauber über unsere Köpfe hinweg zu einem in Seenot geratenen Ruderboot flog. Aus dem Hubschrauber seilte sich ein Soldat ab, der den Ruderer rettete und eine rote Leuchtrakete abschoss, damit der arme Mann hoch gezogen wurde. Linus saß mit Lilly im Bollerwagen und war hellauf begeistert!

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Den Rest des Vormittags verbrachten wir an dem feinen Sandstrand eines kristallklaren Flusses, der am Rand unseres Campingplatzes ins Mittelmeer mündet – und da momentan Nebensaison ist, waren wir dort mutterseelenalleine.

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Am Nachmittag beschlossen wir, ein wenig die Insel zu erkunden. Wir hatten uns bewusst einen Campingplatz an der Ostküste Korsikas ausgesucht, weil hier kilometerlange Sandstrände sind – auf der anderen Seite hatten wir allerdings viel über sie (legendären) sehr schmalen und steilen Straßen gelesen, die durch das Landesinnere mit seine zahlreichen Gebirgen führen (über 80% der Insel besteht aus Hochgebirge, es gibt mehr als 50 Berge über 2000m). Als wir gestern mit der Fähre im Norden Korsikas ankamen, fuhren wir über eine gute ausgebaute Landstraße die Ostküste entlang zu unserem Campingplatz Cotes des Nacres. Die Fahrt war, abgesehen von der Vegetation (Olivenbaum-Plantagen, überall Kakteen) recht unspektakulär – heute wollten wir die andere Seite Korsikas kennen lernen.
Wir wählten als Fahrziel den relativ in der Nähe gelegenen Ort Pancheraccia – auch bekannt als das korsische Lourdes. Hier soll einem verdurstenden Mädchen vor einigen hundert Jahren die Jungfrau Maria erschienen sein und ihr eine Quelle aus dem Fels sprudeln lassen, die sie vor dem verdursten rettete. Seither ist dies ein berühmter Pilgerort im Gebirge, an dem sich die Pilger auch gerne das Quellwasser in Flaschen abfüllen. Außerdem soll es dort eine sehr atmosphärische Kapelle geben, so dass dies ein ideales Ausflugsziel war.
Es war in der Tat wie in den Reiseführern beschrieben, nur besser: wir fuhren zunächst eine gut ausgebaute Landstraße durch das sehr felsige und romantische Tal des Flusses Tavignano und bogen dann auf eine Nebenstraße (D14) Richtung Pancheraccia ab. Plötzlich wurde die Straße extrem schmal und schlängelte sich in abenteuerlichen Kurven bis auf über 1200m den Berg hinauf, der rechte Fahrbahnrand war in der Regel völlig unbefestigt (keine Leitplanke, kein Zaun, einfach nichts), dahinter ging es stellenweise extrem steil bergab. Unser Auto beanspruchte eher anderthalb Fahrspuren, so dass ich froh war, dass uns nur selten jemand entgegenkam. Alle 10 oder 15min passierten wir ein einsames kleines Bergdorf, das abenteuerlich im Hang lag und eine tolle Atmosphäre ausstrahlte. Die gesamt Landschaft war einfach wunderbar mit tollen Ausblicken – einfach ganz ungewöhnlich schön!Da wir wegen eines ungewöhnlich langen Mittagsschlafs von Lilly erst spät am Nachmittag starten konnten und die Fahrstrecke verständlicherweise länger dauerte als gedacht, könnten wir diesmal bei Pancheraccia leider nicht aussteigen und die Wallfahtsstätte samt Quelle besichtigen, aber vielleicht schaffen wir es ja in den nächsten Tagen noch einmal dort hin!

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